Warum wir die Vergangenheit durch die rosarote Brille sehen

Menschen und Muster December 27, 2023
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Sozialwissenschaftliche Antworten auf kleine und große Lebensfragen. Wieso haben Friseurgeschäfte oft so haarige Namen? Warum trennen wir uns nicht vom selbstgestrickten Pulli? Warum tun wir eigentlich, was wir tun? Jeden Mittwoch schaut "Menschen & Muster" auf solche Fragen. Alltägliche Phänomene in unserer Gesellschaft erklärt Prof. Sascha Friesike, forschender Institutsdirektor am Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft. Wissenschaftliche Fakten über diese seltsamen Wesen, die Menschen. Denn Denken macht das Leben schöner! Kommentarregeln: Wir wünschen uns eine Community, die angeregt und mit Spaß über unsere Inhalte diskutiert. Bitte pflegt einen respektvollen Umgang miteinander und beachtet die Kommentarregeln des RBB (https://1.ard.de/rbb-netiquette). Impressum: Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) Anstalt des öffentlichen Rechts Abteilung Wissenschaft & Bildung Marlene-Dietrich-Allee 20 14482 Potsdam Tel. 0331 / 97 99 3 - 0 www.rbb-online.de [email protected]

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War früher weniger Krise? Hat sich die Welt langsamer gedreht? Waren die Menschen netter und die Bahn pünktlicher? (Spoiler, letzte Frage: Ja!) Dieses „Früher war alles besser“-Gefühl wird auch als „Retromanie“ bezeichnet. Wie es zustande kommt, warum die Menschen seit Jahrtausenden den Verfall der Sitten beklagen und warum Politiker und Firmen dieses Gefühl gern nutzen, erklären wir im Video. Dabei geht es um unsere Beziehung zur Vergangenheit und auch darum, dass wir gar nicht so gut darin sind, uns an Ereignisse korrekt zu erinnern. Stichwort: „Rosarote Brille“. Aber es gibt auch Möglichkeiten, sich gegen das „Früher war alles besser“-Gefühl zu wappnen. Quellen: Bourdieu, P. (1999). The weight of the world. Social Suffering in Contemporary Society. Cambridge: Polity Press. Im Video bei: 01:00 Grey, C. (2003). The fetish of change. Journal of Critical Postmodern Organization Science 2, 2.   Im Video bei: 01:17 Elizabeth F. Loftus (1975). Leading questions and the eyewitness report.   Cognitive Psychology 7 (4), 560-572. Im Video bei: 04:45 TED Talk: https://www.ted.com/talks/elizabeth_loftus_how_reliable_is_your_memory/transcript?language=de Mitchell, T. R., Thompson, L., Peterson, E., & Cronk, R. (1997). Temporal adjustments in the evaluation of events: The “rosy view”. Journal of experimental social psychology, 33(4), 421-448. Im Video bei: 05:10 West, B., & Pizarro, D. A. (2022). Belief in Persistent Moral Decline. Im Video bei: 05:10 Rosling, H. et al. Factfulness: Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist. Ullstein, 2019. Im Video bei: 11:20 https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/die-macht-der-vergangenheit https://www.gapminder.org/ Kapitel: 00:00 Wie geraten wir in dieses „früher-war-immer-besser-Gefühl“? 00:50 Was sind die Ursachen für unseren Blick auf die Vergangenheit? 03:00 Was war eigentlich vor 20 Jahren? 04:15 Unsere Erinnerung ist unzuverlässig 05:50 Was ist das Pollyanna-Prinzip? 06:50 Welche Funktion hat der rosige Blick auf die Vergangenheit? 08:00 Retro-Marketing in der Politik und im Supermarkt 10:00 Recap 11:05 Wie kommen wir raus aus dem „früher-war-immer-besser-Gefühl“?? Das Team:  Katharina Berr, Iris Bökenheide, Manuel Czauderna, Felina Czycykowski, Sascha Friesike (Text), Hendrik Niefeld, Sandra Niemann, Sven Schapeler, Clarissa Elisa Walter (Text) #FrüherWarAllesBesser #Nostalgie #Retromanie #PollyannaPrinzip #BackInTheDay #Verklärung #GuteAlteZeiten #MenschenundMuster